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Adipositas und Schlafapnoe

Die American Sleep Apnea Association weist offen darauf hin, dass das Körpergewicht nicht der Einzige Grund ist, weshalb man eine Schlafapnoe entwickeln kann. Manche Menschen haben von Geburt aus nicht vollständig entwickelte Kiefer. Eine Rücklage des Ober-oder Unterkiefers führt dazu dass die in den oberen Atemwegen liegenden Organe (Zunge oder Rachenmandeln), durch den Platz den sie in Anspruch nehmen die oberen Atemwege verengen. Andere Patienten haben wiederum einen hohen und engen Gaumen, der zu Problemen beim nächtlichen Atmen führt. Auch gesundheitliche Probleme können verantwortlich für die Entwicklung einer zentralen Schlafapnoe sein. Diese entsteht, wenn die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem Atemsystem nicht richtig funktioniert. Übergewicht ist jedoch trotzdem ein hoher Risikofaktor für die Entstehung einer Schlafapnoe. Zum einen können die extra Pfunde zu Atemschwierigkeiten im Schlaf führen, zum anderen ist es möglich, dass ein normalgewichtiger Patient, der an einer untherapierten Schlafapnoe leidet wegen der Krankheit Gewicht zulegt.

Adipositas ist eine Epidemie

Zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland sind übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen ist sogar stark übergewichtig (adipös). Diese Menschen kämpfen aufgrund Ihrer Körpermasse und der sozialen Wahrnehmung dieser mit Vorurteilen im täglichen Leben, sodass die Thematisierung der gesundheitlichen Folgen durch einen Arzt schnell als mangelnde Unterstützung wahrgenommen wird. Manchen ist klar, dass das überschüssige Gewicht Verursacher vieler Krankheiten sein kann, tun sich aber aus Angst vor Verurteilung und Schuldzuweisung schwer damit das Problem in Angriff zu nehmen.

Adipositas und chronische Krankheiten

Übergewicht kann zu einem breiten Spektrum an Komorbiditäten führen, also Krankheiten die als Folge der Adipositas auftreten. Chronische Krankheiten, die am häufigsten mit Übergewicht assoziiert werden sind Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Diabetes. Auch Bluthochdruck, Infektionskrankheiten, Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkung und natürlich die Schlafapnoe stehen in engem Zusammenhang mit der Adipositas. Untersuchungen über die Veflechtung des Stoffwechsels mit anderen Körperprozessen zeigen, dass die menschliche Biologie stark vom Übergewicht beeinflusst wird, sodass Begleitkrankheiten wie die Schlafapnoe fast schon garantiert auftreten, sofern nicht aktiv auf das Gewicht geachtet wird.

Schlafapnoe und Adipositas unter Kindern

Übergewicht im Kindesalter erhöht das Risiko eine lebenslange obstruktive Schlafapnoe (OSA) zu entwickeln massiv. Die OSA könnte tatsächlich vermeidbar, wenn nicht sogar heilbar sein, wenn schon in jungem Alter das Gewichtsmanagement in Kombination mit einer nächtlichen Maskentherapie (CPAP) oder Rachenmandelentfernung Teil der Therapie ist. Doch besonders bei Kindern kann es sich als problematisch erweisen das Übergewicht zu thematisieren, da Eltern fälschlicherweise häufig glauben, dass sich das Gewicht „verwächst“. Die wissenschaftlichen Daten zur Adipositas unter den Jüngsten deuten jedoch ins Gegenteilige. Eines von drei Kindern ist von Adipositas betroffen, sodass es auch hier als Epidemie bezeichnet wird, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Übergewicht bis ins Erwachsenenalter fortbestehen bleibt. Im Zuge dieser Diskussion muss auch die Tatsache angesprochen werden, dass adipöse Kindermit größter Wahrscheinlichkeit eine Schlafapnoe entwickeln werden

Das Auftreten der Schlafapnoe ist keine neuartige Entwicklung unter Kindern. Es wird vermutet, dass bis zu 4% aller Kinder an Schlafapnoe leiden, viele im Alter zwischen 2 und 8 Jahren. Manche dieser Kinder sind vielleicht schon übergewichtig, viele sind normalgewichtig und werden aber im Laufe der Zeit adipös werden. Eine unbehandelten Schlafapnoe beeinflusst einen heranwachsenden Körper unweigerlich und führt zu Veränderungen im Stoffwechsel, die darin begründet liegen, dass der Körper jede Nacht, während die Kinder schlafen, systemischem Stress ausgesetzt wird. Das Resultat ist Tagesmüdigkeit, geringe körperliche Leistungsfähigkeit, Verhaltensauffälligkeiten und andere Entwicklungsstörungen die zur Gewichtszunahme führen können.

Ein Wort zu Verhaltenauffälligkeiten

Wissenschaftler vermuten, dass etwa ein Viertel aller Kinder, bei denen Aufmerksamkeitsdefizite diagnostiziert wurden tatsächlich an einer unentdeckten und unbehandelten Schlafapnoe leiden.

Schlechter Schlaf kann der Grund für Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten sein. Die Ursache für diesen schlechten Schlaf ist unter Umständen eine Schlafapnoe. Andere Störungen, die mit der Apnoe in Zusammenhang gebracht werden sind nächtliches Bettnässen, Schlafwandeln, verzögertes Wachstum, hormonelle Unausgeglichenheit unter sogar Gedeihstörung unter Kleinkindern. In den Fachkreisen werden weitere Einflüsse des schlafgestörten Atmens auf die Hirnfunktionalität von Kindern im Wachstum diskutiert, wie etwa eine Einschränkung in der kognitiven Flexibilität, in der Fähigkeit zu planen, sowie in der Selbstüberwachung und Selbstorganisation emotionalen Reaktionen.

Was passiert, wenn Sie – und Ihr Kind – abnehmen müssen?

Sie sind nicht alleine, wenn Ihr Arzt oder Kinderarzt Ihnen oder Ihrem Kind empfohlen hat abzunehmen. Die Gründe hierführ reichen von der Verbesserung des allegemeinen Gesundheitszustandes über die Vermeidung von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bis hin zur Linderung chronischer Krankheiten, welche auch Schlafstörungen wie die Schlafapnoe beinhalten. Die Gewichtsabnahme mag andere Krankeheiten wie die Schlafapnoe nicht heilen, sie kann jedoch zu beitragen besser zu schlafen, sich wieder leichter und ohne Schmerzen bewegen zu können, mehr Energie und eine bessere Laune im Alltag zu haben.

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