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Adipositas und Schlafapnoe

Schlafapnoe begünstigt Übergewicht

Wissenschaftliche Untersuchungen bei männlichen Patienten mit Schlafapnoe in der SeegartenKlinik haben gezeigt, dass über 95% der Betroffenen übergewichtig sind. Der Anteil der adipösen (fettleibigen) Patienten ist dabei besonders groß: Deutlich über 50% der Schlafapnoiker leiden sogar unter Adipositas. Dies liegt deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt, den das Statistische Bundesamt Ende Oktober 2018 bekanntgegeben hat. Demnach sind knapp zwei Drittel der Männer übergewichtig. Der Anteil der Fettleibigen liegt nach der aktuellen Statistik im Bundesdurchschnitt bei etwa 18%.

Übergewicht verursacht Schlafapnoe?

Aus diesen Zahlen ergibt sich die Fragestellung, ob Übergewicht Schlafapnoe verursacht, oder ob es sich genau umgekehrt verhält. Allgemein bekannt ist, dass sich Fettpolster nicht nur am Bauch und an den Hüften ansetzen, sondern auch am Hals zu beiden Seiten des Rachens. Hier bilden übergewichtige Menschen Fettgewebspolster, die von außen auf den Rachen drücken, dadurch die Atemwege einengen und somit den Luftstrom behindern. Wenn dann im Schlaf die Rachenmuskulatur erschlafft, kann sie diesem Druck nicht mehr genügend Widerstand leisten und die oberen Atemwege verschließen sich, sodass es zum gefürchteten Atemstillstand kommt. Der Schweregrad der Schlafapnoe korreliert dabei mit dem Ausmaß der Fetteinlagerungen. Somit sind Menschen mit einem Doppelkinn und Männer mit einem Halsumfang von über 43 cm (Frauen mit einem Halsumfang von über 38 cm) besonders stark schnarch- und apnoegefährdet. Diverse klinische Studien haben eindeutig belegt, dass Schlafapnoe Patienten, die ihr Gewicht deutlich reduzieren, häufig ihren CPAP-Therapiedruck verringern können und in manchen Fällen sogar ganz ohne die nächtliche Überdruckbeatmung auskommen.

Schlafapnoe trotz Abnehmen

Viele Schlafapnoe Betroffene bekommen jedoch ihre Krankheit durch eine reine Gewichtsreduzierung nicht in den Griff. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Ursache der Schlafapnoe nichts mit dem Übergewicht zu tun hat. Liegen die Ursachen der nächtlichen Atemaussetzer in einer Kieferfehlstellung (z.B. „fliehendes Kinn“) oder in Anomalien der Weichgewebe in der Mundhöhle (z.B. vergrößerte Zunge) würde eine Gewichtsabnahme lediglich die typischen Schlafapnoesymptome abschwächen können. Hieraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass Schlafapnoe ebenso eine Gewichtszunahme begünstigen kann.

Hypoxie – Ohne Sauerstoff keine Fettverbrennung

Nicht nur zu hoher Energiezufuhr (übermäßige Kalorienaufnahme) und Bewegungsmangel (zu wenig Sport) führen zu Übergewicht oder Adipositas, sondern auch die sogenannte Hypoxie. Als Hypoxie bezeichnet man die den ganzen Körper oder Teile davon betreffende Mangelversorgung des Gewebes mit Sauerstoff. Hypoxie ist also eine typische Folgeerscheinung einer Obstruktion (Verengung) der oberen Atemwege. Die Obstruktion verursacht, dass mit jedem Atemzug etwas weniger Atemluft, und damit auch weniger Sauerstoff, in den menschlichen Körper gelangt. Die Folge ist eine Verschlechterung der Zellatmung, bei der über die Nahrung aufgenommene Kohlehydrate und Fette in Energie umgewandelt werden. Der Metabolismus (Stoffwechsel) bei der Zellatmung funktioniert ähnlich wie die Verbrennung von Benzin in einem Verbrennungsmotor. Auch hier wird Sauerstoff als Oxidationsmittel genutzt. Allerdings beschreibt die Zellatmung keine explosionsartige Verbrennung wie beispielsweise in einem Automotor, sondern eine sogenannte „kalte Verbrennung“, bei der die freiwerdende Energie zu großen Teilen gespeichert wird. Diese „kalte Verbrennung“ läuft beim Schlafapnoiker merklich schlechter, da die für einen optimalen Metabolismus benötigte Sauerstoffmenge in den Körperzellen nicht zur Verfügung steht. Nicht „verbrannte“ Nahrungsbestandteile werden dann in Form von Fettdepots im Körper eingelagert. Auf mittel- bis langfristige Sicht werden die Folgen dieses Prozesses dann als Übergewicht, oder in der stärkeren Ausprägung als Adipositas bezeichnet. Der wissenschaftliche Nachweis dieses Stoffwechselvorgangs wurde in einer in 2012 veröffentlichten englischen Studie erbracht.

Abnehmen nach der kausalen Therapie der Schlafapnoe

Medizinisch gesehen sind dabei in erster Linie wiederum die Folgeerkrankungen der Adipositas von Bedeutung. Adipositas geht mit einer systemischen Entzündungsreaktion einher. Eine Reihe von Studien hat nachgewiesen, dass die Folgen dieses Prozesses wesentlich zur Insulinresistenz sowie zur Entwicklung von Diabetes Typ 2 beitragen. Darüber hinaus gibt es ein etwa 2-3 fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen. Um die Morbidität von Schlafapnoe Patienten zu reduzieren, ist es deshalb von außerordentlicher Bedeutung, die tatsächlichen Ursachen der Adipositas und deren Folgeerkrankungen zu erkennen. Sehr häufig liegt die Ursache in einer schlechten Sauerstoffversorgung der Körperzellen, was zu einer negativen Beeinträchtigung des Stoffwechselvorgangs führt. Eine Ursachenbeseitigung der Schlafapnoe durch eine kausale Therapie ist damit meist gleichbedeutend mit einer Eliminierung der (Haupt-)Ursachen von Übergewicht oder Adipositas. Den Betroffenen fällt es dann wesentlich leichter beispielsweise durch Ernährungsumstellung nachhaltig an Gewicht abzubauen und insbesondere das reduzierte Gewicht auch langfristig zu halten.

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