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Cannabis bei Schlafapnoe

Eine synthetische Cannabis-ähnliche Droge wurde in einer großen Multi-Center-Studie an der Klinik Northwester Medicine und der University of Illinois in Chicago zur Behandlung bei Schlafapnoe getestet.

Medikament bei Schlafapnoe

Da es derzeit keine medikamentöse Behandlung bei Schlafapnoe, eine Atmungsstörung des Schlafes, von der in etwa 5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Die Dunkelziffer ist erheblich höher. Bei Schlafapnoe wird die Atmung während des Schlafs unterbrochen, und diese Pausen können einige Sekunden bis Minuten dauern und können 50 Mal oder mehr pro Stunde auftreten. Eine unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko von Herzerkrankungen, Diabetes, Schläfrigkeit und kognitiven Störungen.

Bei den Teilnehmern der Studie wurde der AHI (Apnoe-Hypopnoe-Index) nach Einnahme des Medikaments um ein Drittel reduziert.

Die übliche Behandlung bei einer Schlafapnoe ist ein CPAP-Gerät (Continuous Positive Airway Pressure), das Luft abgibt, um dadurch einen Kollaps der Atemwege und Atempausen zu verhindern. Die regelmäßige Nutzung des Geräts kann für viele Patienten eine Herausforderung darstellen, von denen manche einfach aufgeben und die Therapie abbrechen.

„Es besteht ein enormer Bedarf an wirksamen, neuen Behandlungen bei obstruktiver Schlafapnoe“, sagte Prof. David W. Carley, der Leiter der Co-Lead-Studie.

Forscher untersuchten die Wirkung von Dronabinol, einer synthetischen Version des Moleküls Delta-9 THC (Tetrahydrocannabinol), das in Cannabis enthalten ist, auf Schlafapnoe in einer Phase-2-Studie. Die Studie war die bisher größte und längste randomisierte und kontrollierte Studie, um eine medikamentöse Behandlung von Schlafapnoe zu testen. Dronabinol wurde vor mehr als 25 Jahren von der FDA (Food and Drug Administration) zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie-Patienten zugelassen.

Das Medikament wirkt im Gehirn

Die medikamentöse Behandlung war insofern ein neuer Ansatz, als sie eher auf das Gehirn als auf das physische Problem kollabierender Atemwege abzielte. Dies spiegelt die neue Überzeugung wider, dass Schlafapnoe nicht nur ein physisches Problem ist, sondern durch mehrere Faktoren verursacht werden kann. „Eine davon ist die schlechte Regulierung der oberen Atemwegsmuskulatur durch das Gehirn“, sagte Co-Lead-Autor Dr. Phyllis Zee.

„Das Medikament wirkt im Gehirn und in den Nerven, die die Muskeln der oberen Atemwege regulieren. Es verändert die Neurotransmitter aus dem Gehirn, die mit den Muskeln kommunizieren. Ein besseres Verständnis davon wird uns helfen, effektivere und individuellere Behandlungen für Schlafapnoe zu entwickeln. “

„Obwohl CPAP sehr effektiv ist, weigern sich viele Patienten einfach, das Gerät zu benutzen. Sogar Leute, die es benutzen wollen, bleiben oft nur vier Stunden pro Nacht im Durchschnitt am Ball. Im besten Falle wird durch das Medikament der AHI um etwa 50% reduziert „, sagte Carley.

Wie lief die Studie ab?

In der Studie wurden 73 erwachsene Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Schlafapnoe in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt eine niedrige Dosis des Medikaments, eine zweite Gruppe erhielt eine höhere Dosis und die dritte ein Placebo. Die Teilnehmer nahmen das Medikament einmal täglich vor dem Schlafengehen über sechs Wochen ein. Nach sechs Wochen Behandlung mit der höchsten Dosis Dronabinol (10 Milligramm) wurde die Erkrankung um 33 Prozent gelindert.

Echtes Marihuana hat nicht denselben Effekt

Kann eine Person Marihuana einfach einnehmen oder rauchen und die gleichen Vorteile für Schlafapnoe bekommen?
Nein, sagte Zee. „Verschiedene Arten von Cannabis haben unterschiedliche Inhaltsstoffe. Cannabis enthält Dutzende Wirkstoffe, aber wir haben gereinigtes Delta-9-THC getestet“, fügte Carley hinzu. Größere klinische Studien sind erforderlich, um den besten Ansatz zur Cannabinoid-Therapie bei obstruktiver Schlafapnoe zu klären, so die Autoren.

Ein Durchbruch in der Schlafapnoe Medizin?

Leider noch nicht, aber es macht Hoffnung. Die Ursache der Obstruktiven Schlafapnoe ist in den meisten Fällen eine Rücklage einer oder beider Kiefer. Durch diese Rücklage werden die Atemwege verengt. Durch bestimmte Übungen oder auch Medikamente, können die Muskeln im Rachenbereich zwar trainiert werden, dennoch bleibt als einzige kausale Therapie die chirurgische Vorverlagerung des Ober- und Unterkiefers zur Beseitigung der Obstruktion (Verengung)

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