Bekomme ich ein Neues CPAP Gerät von der Krankenkasse oder ein Gebrauchtes?

Um diese einfach wirkende Frage beantworten zu können, muss erst einmal die Grundlage des Krankheitsbildes OSAS (obstruktives Schlafapnoe-Syndrom) genauer betrachtet werden.

Es handelt sich bei dem Krankheitsbild um eine Störung der gesunden Atmung in der , dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, allerdings in verschiedenen Ausprägungen, mit verschiedenen und unterschiedlich starken Symptomen:

  1. Schnarchen“. Allgemein ein Geräusch beim Atmen in der Nacht, das durch einen zeitweiligen Verschluss der oberen Atemwege im Schlaf entsteht und nicht pathologisch ist.
  2. UARS“. Eine leichtere bzw. Unterform der Atmumgsstörung ist das Upper Airway Restistance Syndrome (UARS). Es zeigen sich dabei Symptome des OSAS (obstruktives Schlafapnoe-Syndrom), allerdings ohne Apnoen oder Entsättigungen (Hypopnoen), wie Schnarchen, Tagesschläfrigkeit, Atemflusslimitationen, Einschlafstörungen, affektive Störungen.
  3. Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom“. Bei dieser Ausprägung der Atmungsstörungen in der Nacht kommt es sowohl zu Apnoen (Atemstillstand) wie auch zu Hypopnoen (Minderbelüftung der Lunge). Hier kommt es zu starken Ausprägungen der zuvor genannten Symptome. Es kann ein Einschlafzwang auch am Tag kommen, am Arbeitsplatz oder während der Autofahrt (Sekundenschlaf).

Diese Ausprägungen werden in verschiedene Schweregrade des AHI eingeteilt, wobei es keine genormte, einheitliche Einteilung dafür gibt:

AHI-Index-Einteilung:

  • „Leicht“: AHI 5-15,
  • „Mittelgradig“: AHI 15-30,
  • „Schwer“: AHI größer 30

Als pathologisch gilt die Atmungsstörung ab einem AHI von 5, ab 30 handelt es sich um schwergradige Formen.

Ab einem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) von über 15 atembezogenen Ereignissen pro Stunde ist eine Überdruckbeatmung durch eine CPAP-Maske sinnvoll.

Erst ab einer schweren Form, sprich ab einem Wert von 30, ist die CPAP-Maske wirklich unabdingbar. Alternativ kann die obstruktive Schlafapnoe auch mittels Schlafapnoe Operation dauerhaft beseitigt werden.

 

CPAP Trotz niedrigem AHI Wert

Apnoeiker, die unter dem OSAS mit einer milden Ausprägung leiden und typische Symptome wie z. B. Tagesmüdigkeit, Einschlafstörungen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zeigen, sollten eine CPAP-Maske tragen. Voraussetzung dafür sind in jedem Fall die Durchführung entsprechender Untersuchungen in einem Schlaflabor.

Im Gegensatz zu den leichten Fällen, bei denen sowohl die CPAP-Maske zum Einsatz kommen kann wie auch eine Protrusionsschiene, ist es bei besonders schweren Fällen des OSAS, sprich bei einem sehr hohen AHI manchmal notwendig, dem Patienten zusätzlich zur CPAP-Maske außerdem das Tragen einer Protrusionsschiene zu verordnen. Der Druck, der dem Patienten durch die Maske zugefügt wird, reicht in diesen Fällen nicht aus und benötigt das mechanische Offenhalten des Rachenraums in der Nacht. Da die Protrusionsschiene den Rachenraum in der Nacht mechanisch öffnen. Der Zungengrund fällt nicht in den Rachenraum und die Beatmung wird vereinfacht.

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