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Wege um das Atmen durch den Mund zu verhindern

  • Anatomische Ursachen behandeln, falls welche vorliegen
  • Potentielle Allergene umgehen, um eine Beeinträchtigung der Nasenatmung zu verhindern
  • Myofunktionelle Therapie, um die Muskulatur der Atemwege zu beüben
  • Biofeedback, um eine Rückmeldung über das eigene Atemmuster zu erhalten
  • Orale Hilfsmittel: z.B Kinnriemen und Mundstücke

Das Atmen durch den Mund beginnt oft als eine Reaktion auf eine Obstruktion im Nasenrachenraum. Mit einer Nasenspülung und der Vermeidung von potentiellen Allergenen, kann einer Allergie bedingten, verstopften Nase entgegengewirkt werden. Auch Joghurt, Kurkuma und Benifuuki Grüntees können zu einer verbesserten Nasenatmung beitragen. Weitere Methoden wie die Anwendung der Buteyko Atemmethode, Biofeedback und der Einsatz von oralen Hilfsmittel (beispielsweise Kinnriemen und Mundstücke) begünstigen die Atmung durch die Nase. In manchen Fällen, kann ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von nasalen Obstruktionen, z.B vergrößerte Adenoide oder Tonsillen, ratsam sein.

Es ist doch egal, ob durch die Nase oder durch den Mund geatmet wird, solange man gut Luft bekommt oder? Eben nicht. Die meisten Menschen halten das Atmen durch den Mund für keine problematische Sache. Überwiegt allerdings das Atmen durch den Mund, kann dies zu einer Senkung des Sauerstoff Gehalts im Blut führen. Das wiederum kann eine Rolle bei der Entstehung und der Verschlechterung von erhöhtem Blutdruck und Herzproblemen spielen. Im Schlaf kann das Atmen durch den Mund zu unerholsamen Schlafzuständen führen und somit Tagesmüdigkeit, Schlappheit und eine verringerte Leistungsfähigkeit begünstigen. Die Art und Weise der Atmung kann die strukturelle Entwicklung von Gesicht und Mund beeinträchtigen und bei wachsenden Kindern zu Veränderungen führen. Auf lange Sicht kann die Mundatmung abnormale Zahn- und Gesichtsveränderungen hervorrufen, wie beispielsweise eine verlängerte, verschmälerte Gesichtsform oder schiefe Zähne.

Das Atmen durch den Mund beginnt in der Regel als Reaktion auf eine Art der nasalen Obstruktion. Häufige Ursachen sind eine allergische Rhinitis, vergrößerte Tonsillen, vergrößerte Adenoide, Nasenpolypen und eine schiefe Nasenscheidewand. In vielen Fällen kommt es nach einer Behebung der Ursache zur gewünschten Nasenatmung. Manchmal kommt es trotz Behebung der nasalen Obstruktion aus Gewohnheit weiterhin zur Atmung durch den Mund. Hier können bestimmte therapeutische Übungen zur Atmungsumstellung angewandt werden.

Wege das Atmen durch den Mund zu verhindern

1.) Anatomische Ursachen behandeln

Der Arzt kann bei strukturellen Ursachen helfen. Beispielsweise können Nasenpolypen, geschwollene Tonsillen oder Adenoide, operativ entfernt werden. Gibt es strukturelle Verengungen im Mund- und Gesichtsbereich können Erweiterungsapparaturen angewandt werden, um die Nasenpassagen und Sinus zu erweitern.

2.) die Nase frei kriegen

Allergische Reaktionen oder ein einfacher Schnupfen können zu einer verstopften Nase führen und so zur Mundatmung führen. Hier sind einige Möglichkeiten aufgelistet, um die Nase frei zu kriegen.

– Vermeidung potentieller Allergene

eine allergische Reaktion der Nase (allergische Rhinitis) kann ausgelöst werden durch den Kontakt mit Pollen, Tierhaaren, Staub uvm. Die einfachste Methode, dies zu verhindern, ist die jeweilige Substanz zu meiden. Ein paar Tipps:

  • An heißen, windigen, trockenen Tagen ist die Pollenkonzentration höher. Versuche an diesen Tagen drinnen zu bleiben und nach Möglichkeit die Fenster nicht zu öffnen. Das Benutzen einer Klima Anlage kann ebenfalls nützlich sein.
  • Staub haftet gerne an Teppichen und sonstigen Textilien. Hilfreich ist es gepolsterte Möbelstücke und Teppiche zu meiden. Eine gute Alternative sind Möbel aus Leder, Holz oder Vinyl. Zudem ist der Gebrauch von Anti-Milben Bezügen für Kopfkissen und Bettwäsche ratsam.
  • Schimmel wächst gerne an Tapete, Teppichen, Textilien, Büchern etc. bei einem feuchten Mileu. Mit HEPA Filtern (high-efficiency particulate air) kann Schimmel in der Luft filtriert werden. Versuche die Feuchtigkeit in Räumen, wie z.B das Badezimmer, herrunterzuregulieren durch regelmäßiges Belüften.

– Nasenspülung mit Kochsalz

Eine Nasenspülung mit einer Nasendusche und einer 0.9% Kochsalzlösung kann den Nasenraum von Schleim, Allergenen, Staub etc. befreit werden.

– Kurkuma

Das exotische Gewürz Kurkuma hilft bei Allergien. Es hemmt die Freisetzung von Histamin, eine Substanz, die unser Körper im Rahmen einer allergischen Reaktion ausschüttet und Symptome wie Niesen oder eine laufende Nase hervorruft. In südöstlichen Teilen Asiens wird Kurkuma traditionell gegen verstopfte Nasen durch einen Schnupfen und Erkältungen eingesetzt. Gebe einfach einen Teelöffel Kurkuma Gewürz in ein Glas Milch und koche es auf. Am besten zwei bis dreimal am Tag zu sich nehmen.

– Joghurt

Der Verzehr von Joghurt kann bei Pollenallergien, aber auch bei Erkältungen helfen. Joghurt kann zudem die Dauer und die Intensität einer Infektion der Atemwege mindern, die ursächlich für eine verstopfte Nase sein können. Die probiotische Eigenschaft von Joghurt wird für dessen Wirkung verantwortlich gemacht. Einfach einen Becher Joghurt aufmachen und genießen.

– Benifuuki Grüntee

Benifuuki Grüntees aus Japan sind für ihren O-methylierten Catechin Gehalt bekannt. Diese enthalten anti-allergische Eigenschaften und haben eine stark hemmende Wirkung auf die Freisetzung von Histaminen. Wasser sollte auf 80 bis 85 °C erhitzt werden und der Tee für rund 3 Minuten darin ziehen. Empfohlen ist eine einnahme von rund 700ml am Tag (2-3 Tassen). Ratsam ist der Beginn der Einnahme ca. anderthalb Monate bevor die Pollen Saison losgeht.

3.) Buteyko Atemmethode

Die von Dr. Konstantin Buteyko entwickelten Atemübungen können zur Eröffnung der nasalen Atemwege beitragen. Die Atemübungen beinhalten Elemente des Luftanhaltens, um die Nase zu entblocken und der Modulierung der Atemfrequenz. So kann ein optimaler Atemvorgang trainiert werden. Hier eine Beispielübung:

  • Atme eine kleine Menge Luft durch die Nase ein und wieder aus
  • Halte dann deine Nase zu und laufe so viele Schritte wie möglich, ohne sich groß anstrengen zu müssen
  • Atme wieder durch die Nase und versuche so schnell wie möglich eine ruhige Atmung herzustellen und weniger Luft einzuziehen, als bei einem normalen ruhigen Atemzug erfolgen würde
  • Wiederhole die Schritte 5 bis 6 mal, mit jeweils einer Minute Pause zwischen den Wiederholungen

4.) Myofunktionelle Therapie

Die Myofunktionelle Therapie beübt die Muskulatur des Mundraumes und des Gesichts. Es beinhaltet Zungen- und Gesichtsübungen, sowie Techniken für die Atmung, Zungenpositionierung, Hals und Kopfhaltung, den Kauvorgang etc. Diese Form der Therapie kann die Funktion der Atemwegsmuskulatur bessern und das Atmen durch die Nase im Schlaf begünstigen. Es wird auch als Therapie nach der operativen Entfernung von nasalen Obstruktionen eingesetzt.

5.) Biofeedback

Das Biofeedback misst und gibt Rückmeldung über Körperfunktionen mit dem Ziel die Wahrnehmung des Patienten über seine eigenen Körperfunktionen zu steigern und so die Kontrolle zu verbessern. Dies kann beispielsweise durch eine Visualisierung des Atemmusters in Form eines Linienmusters auf einem Computerbildschirm erfolgen. Durch Beübung z.B die Modulation der Linienmuster durch Atemfrequenz und Atemtiefe, kann eine Bewusstseinssteigerung über das Atmen vermittelt werden und so zu aktiverem, bewusstem` Atmen verholfen werden.

6.) Orale Hilfsmittel

Hilfsmittel wie Kinnriemen oder Mundstücke erschweren das Atmen durch den Mund und begünstigen so das Atmen durch die Nase. Kinnriemen werden unterhalb des Kinns angebracht und oben am Kopf befestigt. Sie verhindern so die Mundöffnung. Anti-Schnarch Mundstücke, auch Mundvorhofplatten genannt, werden an den Mundraum angepasst und ähneln einem Boxer Mundschutz. Sie sorgen durch den Biss für einen geschlossenen Mund im Schlaf. Zudem wird ein möglicher Luftfluss durch eine an den Zähnen anliegende Platte unterbunden.

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