Helmut Mollnow

von der Schlafapnoe geheilt am 13.12.2017

Kapitel 1 vor der OP:

Angefangen hat alles durch Atemaussetzer, die meine Frau 2016 bei mir nachts festgestellt hat. Auf Anraten von Freunden habe ich dann einen Termin im Schlaflabor ausgemacht, um mich checken zu lassen. Das Ergebnis war eine Katastrophe: 91 Atemaussetzer in der Stunde (entspricht ca. 1,5 Atemaussetzer pro Minute). Weiterhin hatte ich nur noch 61% Sauerstoffgehalt im Blut und der Arzt erklärte mir, dass ich keinen Tiefschlaf in der Nacht habe und dringendst eine Atemmaske nachts benötige, um einem evtl. Herzstillstand entgegenzuwirken. Meine private Krankenkasse LKH verweigerte mir die Zahlung des Beatmungsgerätes „Ventimotion 2“ mit der Begründung, dass man für manche Zusatzgeräte (für die eigene Gesundheit) selbst aufkommen muss (blöde Begründung). Da das Ganze bei mir aber sehr akut war, kaufte ich mir das Beatmungsgerät aus dem Internet und bezahlte es von meinem Geld. Mit der Benutzung des Gerätes in der Nacht ist zwar das Herzinfarktrisiko verringert, aber die Ursache ist in keinster Weise bekämpft. Daraufhin habe ich mich in der Schweiz auf eigene Kosten untersuchen lassen und eine klare Antwort auf die Möglichkeit einer Heilung bekommen. Die einzige Möglichkeit ist: Ober- und Unterkiefer nach vorne zu setzen, damit die Atemwege wieder frei werden. Ich habe danach eine Nachricht von Herrn Heiko Musiolik bekommen, der mir einen Vorschlag für eine OP in Heidelberg bei Herrn Dr. Frey gemacht hat. Daraufhin habe ich sofort einen Untersuchungstermin ausgemacht. Nach einem mehrstündigen Gespräch mit Herrn Dr. Frey war für mich klar, dass nur eine OP in Frage kommt. Ich kümmerte mich mit Unterstützung von Herrn Musiolik um die Bezahlung bei meiner Krankenkasse und um einen baldigen Termin zur OP. Anfang 2017 benutzte ich das Beatmungsgerät und im Dezember 2017 wurde ich operiert.

Kapitel 2 nach der OP:

Die OP verlief ohne Komplikationen. Das einzig schmerzhafte war das Schlucken nach der OP, aber nach mehreren Versuchen, die mir angeraten wurden, war auch das nach der ersten Nacht OK. Die stationäre Betreuung in der SeegartenKlinik in Heidelberg war 1a. Die Schwellungen im Gesicht wurden täglich weniger, auch dank einer speziellen Kühlmaske, die man Tag und Nacht anziehen konnte und sollte. Mein Sauerstoffgehalt im Blut ist schon in der ersten Nacht nach der OP auf 98% gestiegen, was bedeutet, dass meine Atmung wieder ganz normal funktioniert. Ich habe jede Nacht hervorragend durchgeschlafen, was vorher nicht der Fall war (3-5 mal aufstehen war Standard). Die Nahrungsaufnahme ist natürlich flüssig d.h. alles püriert zum Trinken. Das hat einen riesigen Vorteil, da sie sich sehr gesund ernähren, schneller satt sind und sehr schnell abnehmen. Bedingt durch den höheren Sauerstoffgehalt im Blut, wird die Verbrennung von Fetten im Körper wieder ermöglicht (bei mir waren es von der OP bis Ende Januar 2018 über 20 Kilo!). Dabei habe ich in den ersten Wochen danach selbst einen Hamburger (außer dem Brötchen) und eine Currywurst püriert gegessen (getrunken), was geschmacklich einwandfrei war. Esstechnisch muss man sich nur was einfallen lassen. Auf keinen Fall sollte man aber frühzeitig mit Fleisch, Nüssen oder dergleichen Sachen anfangen, da die Knochen erst wieder zusammenwachsen müssen. Durch größere Kaubelastungen können sie sich unnötig verschieben oder im schlimmsten Fall die Schienen rausbrechen, was unweigerlich zu einer erneuten OP führt. Nach 1 Monat kann man schon verschiedene weichere Speisen kauen und nach 3 Monaten sind die Knochen wieder vollständig zusammengewachsen. Die Fixierung durch die Schienen und Schrauben behindern einen gar nicht und sie werden nach 6 Monaten wieder entfernt. Das Gesichtsprofil ändert sich geringfügig, aber zu ihrem Vorteil. Als etwas störende Nebenwirkung tritt ein Taubheitsgefühl um den Mundbereich auf, das sich aber durch Lymphdrainage relativ schnell wieder erholt. Bis alle Nerven im Gesicht wieder komplett in Ordnung sind, kann es bis zu einem Jahr dauern. Bei mir ist nach 4 Monaten, bis auf einen kleinen Bereich am Kinn, das Gefühl wieder komplett zurückgekehrt. Nach dem Entfernen der Fixierschienen habe ich im Schlaflabor beste Werte erzielt. Bereits direkt nach der OP habe ich kein CPAP-Beatmungsgerät mehr benötigt. Ich bin wesentlich leistungsfähiger als vorher (ich betreibe selbstständig eine KFZ-Werkstatt mit einer Aushilfe), schlafe nachts durch, wache vor dem Wecker um 7 Uhr morgens auf, habe mein Körpergewicht mittlerweile um über 25 Kilo reduziert und bin zu ihrer Information (im Juli 2018) 58 Jahre alt geworden. Sehr wichtig ist die kieferorthopädische Vor- und Nachbehandlung, da Ober- und Unterkiefer nach der OP wieder zusammengeführt werden müssen, bis sie reibungslos wieder Abbeissen und Kauen können. Das kann nur durch Spangen und Tragen der Gummis erfolgen, die an den richtigen Stellen befestigt werden müssen. Diese Behandlung ist langwierig, kann bis zu einem Jahr dauern und ist abhängig von ihrer Kieferorthopädin (bei mir) und der Disziplin von einem selbst. Die Gummis sollten Tag und Nacht getragen werden, damit sich das Gebiß wieder in die richtige Stellung schiebt. Meine Empfehlung gilt auch direkt nur für Dr. Frey in der SeegartenKlinik, da ich über andere Ärzte in anderen Kliniken keine Aussage machen kann. Entscheidend für mich war die Wahl eines Arztes, der diese OP regelmäßig und oft schon gemacht hat und weiterhin zum Wohle der Patienten mit großem Erfolg durchführt. Dafür möchte ich Ihm hiermit nochmals nachträglich danken.

Abschließend kann ich jedem nur empfehlen diese OP (wenn notwendig nach Absprache mit Dr. Frey) durchführen zu lassen, um in einen neuen Lebensabschnitt einzutauchen, der ihnen ihre Gesundheit wieder zurückbringt, ihre Lebensfreude wieder erhöht, ihre Leistungsfähigkeit und ihr Aussehen verbessert. Nie wieder CPAP-Gerät, Atemmaske und Atemaussetzer (Schlafapnoe). Ich bedanke mich für das Lesen meines Berichtes und hoffe, dass ich ihnen damit eine kleine Hilfestellung für die richtige Entscheidung für ihr zukünftiges Leben gegeben habe.

Mit freundlichen Grüßen

ihr nicht-mehr-Patient
Helmut Mollnow