Thomas Weindl

von der Schlafapnoe geheilt am 04.04.2019

Patientenbericht Schlafapnoe Heilung von Thomas Weindl

Vorgeschichte

Schon in meiner Kindheit habe ich meist durch den Mund geatmet und auch mit offenem Mund geschlafen. Geschnarcht habe ich dabei gefühlt schon immer. Über die Nase konnte ich nie lange und konstant atmen, irgendwie hat es sich immer angefühlt, als bekäme ich dabei zu wenig Sauerstoff.

An einen genetischen Fehler oder gar eine Krankheit in Verbindung mit den vorhandenen Symptomen habe ich über all die Jahre keinen Gedanken verschwendet, ich war ja vermeintlich fit und Leistungsfähig. Das mein Schlaf schon sehr lange unruhig war, daran hatte ich mich längst gewöhnt und die Verschlechterung verlief schleichend.

Nach einigen parallel aufgetretenen Stressereignissen in 2017 wurde es dann rapide schlechter, mein Schlaf glich einer einzigen Katastrophe, ich bin müde ins Bett gegangen und morgens noch viel müder aufgestanden, mein Schnarchen wurde für mich und meine Umwelt unerträglich, plötzlich war meine Leistungsfähigkeit massiv eingebrochen, Konzentrationsschwäche bis hin zum Einnicken in Besprechungen, Sekundenschlaf beim Autofahren, permanente Schlafphasen zwischendurch (z.B. vor dem Fußballtraining und danach wieder), usw., waren plötzlich tägliche Begleiterscheinungen.

Plötzliche Gewichtszunahme

Nach dem ich über Jahre bei sportlicher Figur um die 90 Kilo gewogen habe, nahm ich plötzlich zu, trotz sofortiger Gegenmaßnahmen wie Kohlenhydratreduzierung, 16:8 Diät, etc. war eine Gewichtsabnahme nicht möglich. Wie üblich bin ich im Sommerurlaub in Spanien ca. 800 km Rennrad gefahren, nur diesmal habe ich dabei irrsinnige 3 KG zugenommen, trotz Sport und mediterraner Ernährung! Mein Gewicht schwankte von nun an um die 100 KG und gipfelte zum Schluss bei 105 KG, körperliches Unbehagen, Sodbrennen, Verdauungsprobleme, mehrfacher nächtlicher Harndrang und regelmäßige Migräne inklusive. Mein Hausarzt beschwichtigte meine Gewichtszunahme mit den Worten: Regen Sie sich nicht auf, für 50 haben Sie einen außerordentlichen Körpermuskelanteil, die nächsten 10 Jahre werden ihnen bei Ihrer Veranlagung wohl weitere 10 KG bringen…

Ein Schlaflabor wurde gemacht

Ein Besuch beim Kardiologen brachte dann zusätzlich noch Schlafapnoe Bluthochdruck und einen recht hohen Puls hervor, nur der gab den entscheidenden Hinweis: Machen Sie sich bitte sofort einen Termin im Schlaflabor. Ein Guter, er sollte Recht behalten….

Das Jahr 2018 ging zu Ende, ich fühlte mich furchtbar. Endlich der Termin im Schlaflabor, Ende November, nebenbei mein 50. Geburtstag, Ergebnis: AHI von 80!!! 80 Aussetzer pro Stunde mit einem Schnitt von 16 Sekunden, ich habe also in einer Stunde in Summe mehr als 20 Minuten nicht geatmet. Alarmstufe Rot, Lebensgefahr! So fühlte ich mich ehrlich gesagt auch. Ansage der sehr korpulenten Ärztin; „Sie sind zu fett, Schlafapnoe haben Sie jetzt bis ans Ende Ihres Lebens, es gibt keine Möglichkeit das operativ zu beheben, von nun an werden Sie mit CPAP-Maske schlafen und regelmäßig bei uns im Schlaflabor vorstellig werden müssen. Das haben sehr viele Menschen.“

Über die plumpe Diagnose ohne warum, woher oder wieso, war ich geschockt und sauer zu gleich. Für mich als Dipl.-Ing. und technikverliebten Menschen nicht akzeptabel. Wie ein toter Pilot im Bett liegend schlafen zu müssen ohne die tatsächliche Ursache dafür zu wissen war für mich keine Option, ich fuhr nach Hause und begann direkt mit der Internetrecherche zum Thema. Nach aufwendiger Suche und gefühlt einem halben Medizinstudium online fand ich schließlich die Doktoren Sailer in der Schweiz und Frey in Heidelberg.

Von der Diagnose bis zur Vereinbarung eines Termins bei Dr. Frey vergingen keine 10 Tage, 10 Tage mit Maske schlafend die mir bereits reichten, Gummibandabdrücke im Gesicht und den Haaren, eine entzündete Nasenspitze, ein unangenehmes aufgeblähtes Gefühl am Morgen, Bindehautentzündung durch Undichtigkeiten der Maske eingeschlossen. Katastrophe! Ich sehnte den Termin der Erstuntersuchung in Heidelberg herbei.

Endlich, der 12. Februar 2019 in Heidelberg, ich bin voller Erwartungen….. professionelle Untersuchungen und ein über 2 stündiges Gespräch mit Dr. Frey, unglaublich, ein einfaches Röntgenbild zeigt die Ursache: 2 Engstellen in der Luftröhre kleiner 8mm Durchmesser, dazu die ausführlichen Erklärungen biochemischer Reaktionen im Körper durch Dr. Frey und mein Entschluss steht fest. Ich vereinbare sofort den schnellst möglichen Termin zur Schlafapnoe Operation. So weit, so gut.

Eine Frage blieb, warum hatte weder mein Hausarzt noch die Ärztin aus dem Schlaflabor ein Interesse an der Ursachenfindung? Man riet mir von der OP ab, obwohl man die Operationsmethode nicht kannte.

Beratungsgespräch bei Dr. Frey

Die schlüssigen Erklärungen durch Herrn Dr. Frey, meine Internetrecherche, die Patientenkontakte sowie mein Verstand festigten jedoch meinen Beschluss.

Nun hatte ich noch 7 Wochen bis zur OP, die Zeit raste und ab ging’s nach Heidelberg. Am 03. April 2019 wurde mir zunächst die feste Klammer in Mannheim bei Frau Dr. Frey eingesetzt, die Behandlung war super, aber schon das war ein großer Einschnitt mit 50 Jahren!

  1. April 2019, der große Tag, der Tag der OP, schon jetzt nervte mich die feste Klammer und ich war hypernervös, endlich 15 Uhr, ich bekam wie verabredet eine „Ist-Mir-Egal-Pille“, ab 16 Uhr dann die OP. Als ich am Abend gegen 20 Uhr zu mir kam, ging’s mir schlecht. Ich hatte Schmerzen, konnte nur schwer schlucken und hatte ein geschwollenes Gesicht wie ein Medizinball, es war die Hölle, aber ich wurde auf der Station durch die Schwestern, Dr. Frey und das gesamte Team bestens umsorgt. Trotz der Höllenquallen schlief ich ab dem Tag der OP ohne CPAP-Maske bei hervorragender Blutsauerstoffsättigung. Schon ab dem 3. Tag nach OP musste ich die gewohnte Kopfkissenanordnung verändern, von jetzt an konnte ich fast fühlen, wie sich meine Halswirbelsäule begradigte. Auch den Blutdrucksenker konnte ich ab Tag 1 entfallen lassen. Durch die nun normalgroße Luftröhre bekam ich jetzt gefühlt so viel Luft wie nie zuvor in meinem Leben, leider hatte ich infolge fast 4 Wochen Halsschmerzen.

Am 3. Tag nach OP bin ich erstmals spazieren gegangen, nicht einfach, sah ich doch aus wie ein Monster, aber die Menschen in Heidelberg sind wohl medizinisch einiges gewöhnt, zumindest hatte ich das Gefühl, dass mein entstelltes Äußeres keine große Beachtung fand. Die ersten 3 Tage waren die schlimmsten, danach ging es kontinuierlich bergauf. Die Ernährung gestaltete sich allerding über einen langen Zeitraum als schwierig, wenn man alles püriert hat, weiß man irgendwann warum Babys das Ganze auch mal gerne ausspucken….ohne Biss-, Kau- und Geschmackserlebnis ist es wirklich nur Ernährung. Dazu kommt das Taubheitsgefühl, sich vollkleckern gehörte von nun an lange zur Tagesordnung.

Nach der Entlassung aus der SeegartenKlinik

Nach einer Woche stationären Aufenthalts in Heidelberg fuhr ich mit dem PKW nach Hause, mein Hinterkopf berührte bei leichten Bodenwellen permanent die Kopfstütze, das war vorher nicht so, klares Indiz für die Begradigung meiner Halswirbelsäule.

Die OP liegt mittlerweile 14 Monate zurück, abgesehen von anhaltenden Taubheitsgefühlen im Bereich Unterlippe, Kinn, Zähne und Zahnfleisch, hat sich einiges geändert. Habe ich vor der OP Jahrzehnte lang fast ausschließlich durch den Mund geatmet, atme ich seit der OP fast ausschließlich über die Nase, selbst beim Schlafen. Lediglich bei körperlicher Anstrengung muss ich heute durch den Mund atmen. Mein Blutdruck ist seit der OP ohne Blutdrucksenker im Normbereich. Mein Schlaf ist erholsam und ich lege mich wieder gerne (komplett lautlos J) Schlafen. Ohne Sauerstoffmangel macht Sport wieder richtig Spaß, fühle ich mich heute müde und kaputt, dann nur weil ich entweder zu viel gearbeitet habe oder zu viel Sport getrieben habe. Insgesamt fühle ich mich als hätte mir jemand 10 Jahre geschenkt, durch die Aufrichtung meiner Halswirbelsäule hat sich mein Bewegungsapparat enorm verbessert, selbst quälende Verspannungen im Schulter-, Nackenbereich gehören der Vergangenheit an. Auch Tagesmüdigkeit, körperliches Unbehagen, Sodbrennen, Verdauungsprobleme, mehrfacher nächtlicher Harndrang und regelmäßige Migräne sind passé.

Trotz der exorbitanten Schmerzen und Einschränkungen nach der OP und der langen Genesungsdauer mit nochmaliger OP zur Metallentfernung würde ich es sofort wieder von Dr. Frey und seinem  super Team machen lassen. Ich bin wirklich sehr froh und Dankbar für die neu gewonnene Lebensqualität.

Einziger Wehrmutstropfen ist die Akzeptanz der Krankenversicherungen und damit einhergehend die Übernahme der OP- bzw.- Behandlungskosten. Ich persönlich habe annähernd 25 Wochen mit meiner Krankenversicherung gestritten, zu guter Letzt wurde dann bis auf 1500,- Euro reguliert. Ende gut, alles gut… J

Mit besten Grüßen

Thomas Weindl

Baunatal, den 22.06.2020