Schlaf ist ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Routine unseres Körpers. Es hilft unserem Körper sich selbst zu regenerieren und den Stoffwechsel zu regulieren. Es ist also keine Überraschung, dass eine Schlafapnoe weitreichende und schwerwiegende Folgen für den Körper hat. Eine mögliche Auswirkung, die von Schlafapnoe ausgehen kann ist ein erhöhtes Krebsrisiko. Eine neue Studie mit einer großen Anzahl von Probanden untersucht die Verbindung zwischen Schlafapnoe und Krebserkrankungen. Die Studie verstärkt den Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und Krebsrisiko bei Frauen. Was Männer betrifft, sind die Ergebnisse noch unklar.

Forscher der Aristoteles-Universität von Thessaloniki stützten ihre Studie auf die European Sleep Apnea Database (ESADA). Diese Studie umfasst Daten von mehr als 19.000 Personen über 18 Jahren zwischen 2007 und 2016. Die Daten umfassen für jede Person zusätzlich zu ihrem Schlafapnoe-Status das Alter, den BMI, den Raucherstatus und den Alkoholkonsum.

Die Forscher untersuchten die Krebsvorkommnisse in dieser Gruppe, die insgesamt etwa 2% betrug – insgesamt 388 diagnostizierte Krebsfälle bei 160 Frauen und 228 Männern. Bei Frauen war Brustkrebs, und bei Männern Prostatakrebs am häufigsten. Als die Forscher bekannte Risikofaktoren berichtigten, stellten sie fest, dass Frauen ein statistisch höheres Krebsrisiko hatten, wenn sie an Schlafapnoe litten, während dies bei Männern nicht der Fall war.

 

Warum der Geschlecherunterschied?

Die Forscher waren sich nicht sicher, warum die Daten einen geschlechtsspezifischen Unterschied im Krebsrisiko zeigten. Es gibt jedoch andere Studien, bei denen Frauen stärker von Schlafapnoe betroffen sind als Männer. Darüber hinaus gehen die Forscher davon aus, dass Krebserkrankungen bei Frauen (wie Brustkrebs) stärker auf Sauerstoffmangel reagieren Können.

 

Verursacht Schlafapnoe Krebs?

Natürlich ist eine weitere wichtige Frage, die in dieser Studie nicht beantwortet wird. Verursacht Schlafapnoe Krebs? Es ist schwer zu sagen. Es gibt jedoch Gründe für den Verdacht, dass dies der Fall sein könnte. Krebs verbraucht unverhältnismäßig viele Ressourcen des Körpers. Tumore sind auf das Wachstum neuer Blutgefäße angewiesen, was wiederum vom vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF – Vascular Endothelial Growth Factor) abhängt. Der VEGF-Spiegel steigt an, wenn der Sauerstoffgehalt während Apnoe-Ereignissen sinkt. Und unabhängig davon, ob Schlafapnoe tatsächlich Krebs verursacht oder nicht, wird es für Krebsopfer auf jeden Fall schwieriger, diesen Zustand zu überleben.

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