UARS-upper-airway-resistance-syndrom

UARS – Beinahe regelmäßig sehen wir in der Praxis Patienten, deren Atmung mehrfach in der Nacht aussetzt, die aber keine durch ein Schlaflabor belegten Apnoen vorweisen. Oft beobachten die Ehepartner Atemaussetzer bei Ihrem Bettnachbarn und drängen Sie, meist aus Angst dass sie ersticken, dazu in ein Schlaflabor zu gehen. Dort kommt dann aber die ernüchternde Diagnose: Der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), der stationär im Schlaflabor gemessen wird liegt weit entfernt vom AHI 5, der als Untergrenze für die Diagnose obstruktive Schlafapnoe vorliegen muss. Nach vielen weiteren neurologischen und radiologischen Untersuchungen kann auch da meist keine Ursache festgestellt werden.

Diagnose UARS (Upper Airway Resistance Syndome)

Letztendlich ergibt eine medikamenteninduzierte Schlaf-Endoskopie oder ein 3D Röntgen der oberen Atemwege die Diagnose eines verengten Zungengrundes und die Verengung der Atemwege durch den weichen Gaumen. Gerade Menschen, die unter dem UARS leiden, haben häufige Blockaden aber fallen dann schnell in eine leichtere Schlafphase. Da dadurch die Apnoen oder Hypnopnoen bei unter 10 Sekunden bleiben, werden die vom Schlaflabor nicht als solche diagnostiziert. Man spricht nämlich erst von einem Atemstillstand wenn dieser länger als 10 Sekunden andauert.

 

Im Folgenden zeigen wir fünf Gründe auf, aus denen es schwieriger ist, UARS zu diagnostizieren im Vergleich zur Schlafapnoe:

  1. Ist Ihr AHI-Wert kleiner als 5, sagen die Schlafmediziner, dass Sie nicht an Schlafapnoe leiden. Ihre schwere Müdigkeit und verschiedene andere Zustände werden oft auf hormonelle (prämenstruelle, menopausale), neurologische (multiple Sklerose), infektiöse (Lyme, Mononukleose), rheumatologische (chronische Müdigkeit, Fibromyalgie), Nahrungsmittel-/Umweltallergien, Schimmelpilzempfindlichkeit oder Ernährungs-/Vitaminmangel zurückgeführt. Infolgedessen wird die Behandlung von Schlaf-Atembeschwerden nicht einmal in Betracht gezogen.
  1. Wenn bei Ihnen bereits eine der unter Punkt 1. aufgeführten Erkrankungen diagnostiziert wurde, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie oder Ihr Arzt eine alternative Erklärung in Betracht ziehen würden, insbesondere wenn Sie bereits so viel Zeit, Energie und Ressourcen darin investiert haben.
  1. Wenn Ihr Arzt Sie wegen UARS mit einer CPAP-Maske, also kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck, oder einer Protrusionsschiene (die Ihre Zunge und Ihren Unterkiefer nach vorne zieht) behandeln möchte, wird die Behandlung im allgemeinen nicht von der Krankenkasse übernommen, da der AHI-Wert geringer als 5 ist.
  1. Die meisten Menschen, die an UARS leiden, leiden auch unter verschieden starker Störung der Nasenatmung. Ein zu kleiner oder zurückliegender Oberkiefer führt ebenfalls zu verengten Nasengängen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Sie eine Verkrümmung der Nasenscheidwand oder vergrößerte oder stark schwellende Nasenmuscheln haben. Mit einer gestörten Nasenatmung können Sie weder eine Therapie mit einer CPAP-Nasenmaske noch mit einer Protrusionsschiene therapiert werden.
  1. UARS ist ein anatomisches Problem, durch eine Kieferstruktur, die viel kleiner ist, als sie normalerweise sein sollte. Das führt zu verengten Atemwegen, wodurch es zu gravierenden Atemproblemen in der Nacht kommt. Alle wirklich wirksamen Lösungen erfordern den Einsatz von Geräten, Zahnschienen oder Operationen. Außer ein paar Ausnahmen, die kurze Linderung verschaffen können, gibt es kein Medikament, das Abhilfe schaffen könnte.

 

Die häufigsten Merkmale sind:

Zu den typischen Untersuchungsergebnissen bei UARS gehören

  • ein stark hochgewölbter harter Gaumen
  • schmale Zahnbögen
  • schiefe Zähne
  • Bissprobleme
  • Kopfvorwärtshaltung4https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28805272
  • eine verhältnismäßig lange Zunge, die nur so groß erscheint, da die Kiefer zu weit zurück liegen oder zu klein sind.

 

Leiden Sie an einem oder mehreren der obenstehenden Phänomene, könnte es sein, dass Sie an UARS leiden. Bitte beachten Sie, dass es sich nicht nur um UARS, sondern auch um eine völlig andere Erkrankung handeln kann. Allerdings können Atemprobleme und Schlafstörungen jede andere vorliegende Erkrankung verursachen oder noch wesentlich verschlimmern. Außerdem ist zu bedenken, dass  OSAS und UARS große Überschneidungen an Symptomen aufweisen.

Die gängige Meinung unter den Schlafmedizinern ist die Nichtanerkennung von UARS. Wenn Sie aber selbst auf die Suche gehen, werden Sie einen Schlafmediziner finden, der bereit ist sie auf UARS zu untersuchen und diese zu behandeln, auch wenn Sie nicht an Schlafapnoe leiden.

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