Open/Close Menu Schlafapnoe heilen mit dem bimaxillären Advancement
Mann liegt glücklich im Bett

Heute möchten wir Ihnen zeigen, dass selbst Röntgenbilder nicht immer die Wahrheit zeigen. Diese Vorher-Nachher Bilder von verengten und nicht verengten Atemwegen wurden mit einem zeitlichen Abstand von ca. 5 Minuten aufgenommen. Wie kann es sein, dass ein Röntgenbild (FRS) innerhalb kürzester Zeit und ohne jegliche medizinische Behandlung solch verschiedene Größen der oberen Atemwege darstellen kann. Nicht selten kommen Patienten zu uns in die Beratung mit der Diagnose schwergradige Obstruktive Schlafapnoe. Nach Erstellung eines FRS (Fernröntgenseitenbildes) ist der eine oder andere Patient doch sehr erstaunt über die Breite (Durchmesser) der Atemwege. Nicht selten lassen sich bis zu 14mm im Durchmesser messen. Die Empfehlung der Fachliteratur für die Durchführung eines MMA (Maxillomandibuläres Advancement) sind Werte von unter 10mm an der engsten Stelle. Wie genau das Röntgengerät aufgestellt werden soll, wie genau der Patient positioniert werden soll ist nicht definiert.

Um Ihnen zu veranschaulichen wie unterschiedlich Röntgenbilder aussehen können, haben wir ein kleines Experiment gewagt. Sowohl auf dem „Vorher“ als auch auf dem „Nachher“ Bild ist dieselbe Person zu sehen. Im Bereich „Vorher“ kann man die Verengung der Atemwege sehr deutlich erkennen. An der engsten Stelle wurden im Durchmesser 3,8 mm gemessen. Im Bereich „Nachher“ konnten an der engsten Stelle 9,18 mm gemessen werden.

Wie kommt es zu solch unterschiedlichen Messungen?

War es eine Wunderheilung der Schlafapnoe? Der große Unterschied zwischen den zwei Bildern „Vorher-Nachher“ ist schlicht und ergreifend die Haltung des Patienten. Im „Vorher“-Bereich hält der Betroffene seine Wirbelsäule gerade und in einer gesunden Position.  Im „Nachher“ Bereich ist eine deutliche Krümmung der HWS (Halswirbelsäule) zu erkennen. Fast alle OSAS Betroffenen neigen zu dieser krankhaften Kopf und Körperhaltung. Grund für diese Kopfhaltung (Forward Head Posture) sind die verengten Atemwege. Schlafapnoe Betroffene überstrecken ihren Kopf instinktiv, weil sie schon früh bemerkt haben, dass es sich besser atmen, Luftholen und schlafen lässt in dieser Haltung. Doch was gut ist für eine freie Atmung und eine gute Sauerstoffversorgung im Gehirn, kann andernorts Probleme bereiten. Scheinbar natürlich entscheidet der Körper sich für die freie Atmung und Sie halten instinktiv den Kopf überstreckt. Sicher ahnen Sie, was durch diese Fehlhaltung alles in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Das dauerhafte Überstrecken führt neben Schmerzen im Hals- und Nackenbereich, Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, auch zu Beschwerden im restlichen Knochenskelett.

Die Überstreckung des Kopfes ist für viele nichts Neues. Jeder der bereits einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht hat, kennt es noch: Stabile Seitenlage und Kopf überstrecken um die Atemwege zu befreien.

Fazit: Um Röntgenbilder im Bereich der Atemwege richtig diagnostizieren zu können ist ein Blick auf die Krümmung der Wirbelsäule essentiell. Es gibt zwei Arten von typischen Fehlhaltungen die bei Schlafapnoe Betroffenen oft anzutreffen sind. Die erste ist die oben genannte Forward Head Posture und die die zweite Fehlhaltung wird Chin Up Posture genannt. Eine Beurteilung des Durchmessers der oberen Atemwege kann also nur unter Berücksichtigung der Krümmung der Wirbelsäule erfolgen.

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