Mann Schläft mit CPAP Maske, nicht geheilt

CPAP erhöht die Lebenserwartung. Eine großartige Nachricht für die Millionen von Menschen, die sich einer kontinuierlichen CPAP-Therapie (CPAP = Positive Airway Pressure) unter Verwendung einer Maske unterziehen. Eine 11-jährige Studie ergab, dass die Verwendung der CPAP-Maske direkt mit einem Rückgang der Sterbewahrscheinlichkeit um 62% zusammenhängt. Aber es gibt auch eine schlechte Nachricht.

Die Studie wurde von Dr. Quentin Lisan geleitet und am Pariser Herz-Kreislauf-Forschungszentrum durchgeführt. Dr. Lisan sagte, dass der Nutzen der CPAP Therapie auch nach Berücksichtigung der üblichen Komorbiditäten der Schlafapnoe wie Diabetes, Fettleibigkeit und Bluthochdruck erhalten blieb.

Bisherige Studien zum Zusammenhang zwischen CPAP-Therapie und Langlebigkeit konnten nicht nachgewiesen werden. Basierend auf dieser kürzlich in einer Fachzeitschrift veröffentlichten Studie tritt der Langlebigkeitsvorteil erst ab sechs Jahren nach der CPAP-Therapie auf.

Laut Schlafmedizinexperten der Stanford University haben Schlafspezialisten auf der ganzen Welt Schwierigkeiten, Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) davon zu überzeugen, ihre CPAP-Geräte ausreichend und regelmäßig zu verwenden. Das Ergebnis dieser Studie wird Ärzten helfen, Patienten mit Schlafapnoe davon zu überzeugen, die nächtliche CPAP-Therapie für den Rest ihres Lebens regelmäßig anzuwenden.

Die Mediziner der Stanford University sagen, dass es allein in den USA über 55 Millionen Amerikaner über 40 Jahre alt leben, die aufgrund der OSA nachts schnarchen und unter den nächtlichen Atemaussetzern leiden. Wie aus früheren Forschungen und klinischen Studien hervorgeht, führt eine unbehandelte Schlafapnoe zu einem höheren Risiko, dass Patienten Komorbiditäten wie Schlaganfall, Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und mehr entwickeln.

 

CPAP-Therapie und Lebenserwartung

CPAP ist die führende Therapie gegen obstruktive Schlafapnoe und Schnarchen. Kann diese Behandlung jedoch die Lebenserwartung der Erkrankten wirklich verlängern? Das französische Team bezog seine Befragten aus der Datenbank der US National Institutes of Health. Die Datenbank aus dem Jahr 1990 umfasst über 6.400 Amerikaner, die 40 Jahre und älter sind. Dr. Lisan und seine Forschungsgruppe wählten aus der Datenbank 392 schwer fettleibige OSA-Patienten aus, von denen vier von fünf männlich waren. Etwa 81 dieser Patienten verwendeten CPAP länger als 11 Jahre, die übrigen 311 Patienten nicht.

 

Das ist die schlechte Nachricht

Wie kommt es dazu, dass nur ca. 20% der Schlafapnoe-Betroffenen Ihre CPAP Therapie konsequent durchführen? Gründe hierfür können sein:

  • Unbequeme Passform der Maske
  • Nase und Mund trocknen durch die Beatmung aus
  • Probleme durch Beatmungsüberdruck
  • Platzangst und Panikattacken
  • Unbewusstes Absetzen der Maske während des Schlafens
  • Einschlafprobleme durch Geräusche der CPAP-Maske
  • Belastung der Beziehung zwischen Betroffenen und deren Bettpartnern

Eine andere META-Studie hat nachgewiesen, dass die CPAP Therapie nicht vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützt. Für diese Studie wurden allerdings Daten von über 7000 Patienten verwendet. Das sind im Vergleich zu den 81 Patienten in der Studie des französischen Forscherteams natürlich erheblich validere Daten. Auch hier gilt es zu bemerken, dass es scheinbar gar nicht so einfach ist, Daten von Patienten zu erhalten, welche konsequent die CPAP Therapie durchführen. In einer anderen Studie in der die Auswirkung von CPAP auf die Sexualität untersucht wurde, musste auch die Anzahl der verwertbaren Patientenfälle stark reduziert werden. Nur eine kleine Anzahl hatte es tatsächlich geschafft die CPAP Maske durchgängig mindestens 4 Stunden pro Nacht zu tragen.


CPAP ist und bleibt eine reine Symptomtherapie

Nur eine Schlafapnoe Ursachenbeseitigung bringt das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall auf Normalniveau. Wenn die Ursache der Atemwegsverengung diagnostiziert und beseitigt wurde, kann die Schlafapnoe komplett geheilt werden.

© 2019 - SeegartenKlinik Heidelberg

Impressum  |   Datenschutzerklärung

Telefon:      06221-3929301