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Ina R.

von der Schlafapnoe geheilt am 03.04.2019

Von der Schlafapnoe geheilt

Seit vielen Jahren bin ich Pollenallergiker, vor ca.15 Jahren bekam ich jedes Jahr starke Erkältungen die über Wochen anhielten. Ein Lungenfacharzt stellte bei mir dann Asthma fest und ich bekam ein Kortisonspray. Das musste immer höher dosiert werden,  zum Schluss hatte ich Dauerhusten.

2018 stellte meine Tochter fest, dass ich nachts zwischendurch aufhörte, zu atmen. Also schickte mich mein Lungenfacharzt in ein Schlaflabor, das mit ihm zusammenarbeitet. Dieses diagnostizierte mir eine Schlafapnoe uns sehr starkes Schnarchen. Letzteres war mir natürlich nicht neu. Man verordnete mir die Atemmaske von Löwenstein. Noch im Schlaflabor habe ich meinen Unmut kundgetan, es müsste doch noch eine andere Lösung geben.  Ja, ich könnte eine Antischnarchschiene an den Zähnen tragen, die ich dann aber selbst bezahlen müsste. Mein Zahnarzt riet mir von der Schnarchschiene ab. Also blieb mir wohl nur die CPAP-Atemmaske.

Dr. Frey erklärte mir die Zusammenhänge sehr eindrucksvoll

Zuhause recherchierte ich aber sofort im Internet und stieß  schnell auf die Seite von Dr. Frey. Sofort habe ich dort angerufen und Herr Gashi hat sich viel Zeit genommen, mir alle meine Fragen zu beantworteten. Nun bekam ich einen Vorstellungstermin. In der Zwischenzeit versuchte ich es weiterhin mit der Maske. Als ich am Tag Niesanfälle häuften,  dachte ich zunächst, es handle sich um meine  Allergie. Im Schlaflabor erklärte man mir aber, dass ich für die CPAP-Maske einen Luftbefeuchter benötigen würde. Ab sofort musste ich mich also noch mit einem Zusatzteil mehr plagen – auch die Reinigung des Gerätes wurde hierdurch erschwert.  Bei meinem Termin in der Seegartenklinik erklärte mir Herr Dr. Frey sehr eindrucksvoll alle Zusammenhänge zwischen meiner Schlafapnoe und meinen Erkrankungen. Nachdem ich ein bis zwei Tage darüber geschlafen hatte, stand mein Entschluss fest: ich wollte die Operation auf mich nehmen. Von meinen behandelnden Ärzten erhielt ich dafür leider keine Unterstützung und so stand mir als medizinische Experten lediglich die Seegartenklinik bei.

Blutdruck und Sodbrennen sind Folgeerkrankungen der Schlafapnoe

Durch Herrn Dr. Frey erfuhr ich, dass viele meiner weiteren körperlichen Beschwerden Folgeerkrankungen der Schlafapnoe sind:  mein Bluthochdruck, der seit mehr als 10 Jahren mit immer höher dosierten Medikamenten behandelt worden war, mein Sodbrennen, welches ich ebenfalls medikamentös behandelte, und eben das Asthma, was mir immer stärkere Probleme bereitete. Es waren somit gar nicht die Atemaussetzer selbst unter denen ich leiden musste. Die Behandlung mit der Maske konnte ich hingegen nur schwer ertragen. Und mein ständiges Schnarchen war mir unheimlich peinlich. Ich war durch die Atemaussetzer natürlich schon viele Jahre häufig müde,  das nimmt man dann jedoch irgendwann als gegeben hin.” Man wird ja nicht jünger,” dachte ich.

Die Schlafapnoe Operation

Angst vor der Operation hatte ich durchaus, ich hatte aber stets  das Ziel vor Augen  und habe mich mit den evtl. Risiken so wenig wie möglich beschäftigt. Stattdessen war  ich  immer auf der Suche nach positiven Berichten über die OP, um diese als Ermutigung zu lesen.  Natürlich haben viele Menschen mich warnen wollen, die  haben aber schnell gemerkt, dass ich nicht mehr davon abzubringen war. Ich hatte ein sehr sicheres Gefühl bei Herrn Dr. Frey.

Die Ärzte in der Seegartenklinik haben mich sehr gut beraten,  mir alle Fragen beantwortet und dadurch meine Unsicherheiten so gut es ging genommen. Dr. Frey  und das ganze Team haben mir versichert,  dass ich am Morgen des Op-Tags meine Sachen packen und abreisen dürfte, wenn  die Angst überhand nähme. Das beruhigte mich, kam für mich aber nicht in Frage.

Von der OP habe ich Gott sei Dank nichts mitbekommen. Die Folgeerscheinungen waren allerdings heftig. Von vielem habe ich durch meine ausführliche Recherche bereits gewusst.

Nach der Schlafapnoe Operation

Den Tag der OP habe ich fast ganz verschlafen, ich weiß nur, es war nicht schön. Die Eismaske, die man von der Klinik bekommt, ist sicher gut gegen die Schwellungen aber sie schmerzte auch schnell. Ich konnte zwei Tage nicht sprechen, das habe ich in keinem Bericht lesen können. Das Personal sagte mir auch, dass das wohl sehr selten vorkommt. Am Tag nach der OP habe ich noch einmal mein Blutdruckmedikament aufgelöst durch die verschnürten Zähne eingenommen. Seitdem war mein Blutdruck immer normal und ich habe entschieden, komplett ohne meine Medikamente auszukommen. Das Asthmaspray, die Medikamente gegen Sodbrennen, das Blutdruckmedikament und natürlich die CPAP-Maske sind von da an Vergangenheit. Meine Eltern haben sich in dieser Zeit eine Wohnung in Heidelberg gemietet um in meiner Nähe zu sein. Ich wohne in NRW und so konnte mich sonst keiner besuchen. Es war sehr schön, nicht ganz alleine zu sein, auch wenn es alleine gegangen wäre. Die Betreuung in der Klinik war sehr nett und gut. Wenn möglich, wurden alle Wünsche geduldig erfüllt. Vielen Dank!

Die Schmerzen waren durch die Schmerzmittel, die ich bekam, erträglich. Zwei Tage nicht sprechen können und die Schluckbeschwerden fand ich schlimmer.

Für mich war die weite Anreise, für die ganzen Nachsorgeuntersuchungen immer sehr beschwerlich. Manchmal war ich mit dem Auto und  Zug bis zu 17 Stunden unterwegs. Terminmäßig ist man mir da immer gut entgegengekommen – die Züge waren ja nicht immer so pünktlich .

Ich würde immer wieder diese Operation durchführen lassen

Nun weiß ich es wieder sehr zu schätzen, nicht ständig so müde zu sein. Längere Autofahrten konnte ich vor der OP nur immer nach dem Frühstück einplanen, weil ich Angst hatte, am Steuer einzuschlafen. Ich schlafe die Nächte viel ruhiger und werde nicht mehr so oft wach. Am Abend nach der Arbeit kann ich nun noch einen Film sehen ohne dabei einzuschlafen. Meine Kollegen sprachen mich nun schon häufiger darauf an, dass ich nun gar keine Hustenattacken mehr habe. Das alles ganz ohne Medikamente und ohne CPAP-Maske. Mein Blutdruck ist seitdem auch normal.

Leider knackt mein Kiefer beim Essen, so wie ich es schon vor der OP bei mir kannte. Nun fühlt es sich leider noch schlimmer an. Man hat mir nicht versprochen, dass das Knacken des Kiefers nach der OP weg ist, darauf gehofft habe ich trotzdem. Zudem fühlen sich Ober- und Unterkiefer weiterhin betäubt an. Auch mit meinem Aussehen hadere ich ein bisschen. Ich komme mir im Spiegel immer noch ein bißchen fremd vor.

Trotzdem: immer wieder würde ich diese Operation durchführen lassen. Für mich war es  gut, nicht alle Gefahren die damit verbunden sind so weit zu hinterfragen. Die CPAP-Maske hat bei mir das Fass zum überlaufen gebracht. Ich wollte mit 55 Jahren auf keinen Fall damit leben müssen. Schließlich ist es  außerdem eine große Befreiung, keine Medikamente mehr nehmen zu müssen.

Familie und Freunde haben bei mir schon mal angemerkt, dass ich ein bißchen penetrant bin mit meiner Verherrlichung der Kiefervorverlagerung. Ich habe wirklich kaum Verständnis dafür, dass man die OP nicht durchführen lässt, wenn man diese Krankheitsbefunde hat und sich das leisten kann. Unvorstellbar mit der CPAP-Maske in den Urlaub fahren zu müssen, für mich ist das eben so. Natürlich bleibt das letztendlich jedem Menschen selbst überlassen, doch für OP-Gegner bin ich nun einmal kein netter Gesprächspartner. Das tut mir machmal leid und ich versuche mich zurückzunehmen.

Ärgerlich bin ich über alle Ärzte, die ich nach Alternativen zur CPAP-Maske gefragt habe und von denen ich keine Antwort bekommen habe. Bei Nachfrage wären die Ärzte doch dazu verpflichtet gewesen, mich über diese Operationmöglichkeit zu informieren. Man kann dann ja selbst entscheiden, ob das in Frage kommt.

Es wäre schön wenn dieser Bericht anderen bei Ihrer Enscheidung hilft.