Schlafapnoe Depressionen

In einem Beitrag vom 12.08.2019 berichtet die Ärztezeitung (Springer Medizin) darüber, dass US Forscher empfehlen, dass gerade bei Patienten mit Depressionen öfter einmal an eine – ursächliche oder begleitende– Schlafapnoe gedacht werden sollte.

14% der Depressionen sind möglicherweise bedingt durch Schlafapnoe

Bis dato werde nur sehr selten an eine Schlafapnoe als Ursache einer depressiven Störung gedacht, kritisieren Dr. William V. McCall von der Universität in Augusta im US-Staat Georgia und sein Team. Die Forscher um McCall stellten in einer Studie fest, dass 14% der untersuchten Patienten mit Depression an einer bis zu diesem Zeitpunkt nicht disgnostizierten Schlafapnoe litten.

Schlafapnoe verursacht Depressionen

Bei Schlafapnoe-Betroffenen ist es bekannt, dass sie größtenteils auch depressive Störungen haben. Bei ihnen lassen sich mit einer eingeleiteten Therapie die Depressionen nachweislich lindern.

Von über 120 untersuchten Teilnehmern der Studie, litten 17 (14 Prozent) an einer Schlafapnoe mir einem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) von über 10. Dieser Index-Wert liegt im mittleren Bereich der AHI-Werte. Vier der Teilnehmer litten sogar an einer schwergradigen Schlafapnoe bei einem AHI über 30. Knapp die Hälfte der depressiven Patienten, die eine Schlafapnoe diagnostiziert bekamen, hatten eine therapieresistente Erkrankung. Das heißt, sie waren selbst mit starken Medikamenten nicht therapierbar.

Schlafapnoe und Depression, meist keine Tagesmüdigkeit

Die Häufigkeit von OSA bei depressiven Patienten, die in der Studie zum Vorschein kam, überrascht den Forscher McCall und seine Kollegen selbst. Die Betroffenen klagten sehr selten über Tagesmüdigkeit, die eine der Hauptsymptome der Schlafapnoe ist.

McCall empfiehlt bei depressiven Patienten mit Therapieresistenz die Schlafapnoe als Ursache auszuschließen.

Depression? Ab ins Schlaflabor!

Wir persönlich gehen noch einen Schritt weiter und empfehlen ein Schlafscreening noch bevor Patienten mit Depressionen mit Antidepresdiva behandelt werden. Die Ursache einer Erkrankung zu disgnostizieren und zu therapieren sollte immer an erster Stelle stehen.

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